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Johannes Kayser Filmkomponist

Die Klangfarbe in der Musik ist im Grunde das was wir hören, also ein spezifisches Gemisch aus Grundton, Obertönen, Rauschanteilen usw., sowie den zeitlichen Verlauf des Frequenzspektrums und der Lautstärke. Jedes Instrument hat einen eigenen Sound mit seiner eigenen, speziellen Klangfarbe. Diese kann aber auch variiert werden, wenn man z.B. ein Blasinstrument betont tief oder schrill spielt. Da jedes Instrument eine eigene Klangfarbe hat, können wir ein Klavier von einer Trompete unterscheiden, auch wenn beide den gleichen Ton spielen. Auch ein Orchester kann eine spezielle Klangfarbe haben, je nach Besetzung und wie der Dirigent die verschiedenen Gruppen führt.

Die Klangfarbe eines Instruments wird unbewusst und auf emotionaler Ebene wahrgenommen. Das führt dazu, dass sie einen hohen Wiedererkennungswert hat, wie zum Beispiel die Mundharmonika in „Spiel mir das Lied vom Tod“. Die Reichweite der Klangfarbe wird häufig unterschätzt. Genau deshalb spielt sie in der Filmmusik eine große Rolle. Sie schafft die Emotionen zu den Bildern, den Wiedererkennungswert von Charaktären und die richtige Stimmung.

Die fühlbaren Aspekte eines Klangs werden heutzutage als wichtiges Element angesehen und immer bewusster eingesetzt. Das Zusammenspiel von Musik und Athmosphären, Soundeffekten und O-Ton sind ein tragendes Element in jedem Film. Je besser alles harmoniert, desto angenehmer für den Zuschauer und Zuhörer. Die Auflösen bestehende tonaler Strukturn mit festen Tönen und Akkorden werden die wichtigen Überraschungsmomente geschaffen, die tragende Szenen akzentuieren.
 

Tipps rund um die gema freie Musik und Vertonung

Wirkung der Musik

Die beste Filmmusik ist diejenige, die man nicht hört

Welche Musik im Film eingesetzt wird, entscheidet stark mit über die Wirkung einer Szene .Ob zum Beispiel eine Natur - oder Tieraufnahme heiter, spannend oder gruselig "rüberkommt", hängt nicht zuletzt von der Musik ab. Der Einsatz von Filmmusik ist eine sehr bewusste Entscheidung des Filmemachers und setzt letztendlich die gesamte Wirkung und Aussage einer Szene. Neben der Musik gehören natürlich die Sprache – Originaltöne (O-Töne) und Sprecherkommentare – Geräusche (Atmo) und sogar Stille zum Gesamtkonzept der Filmszene.

Der Zuschauer erwartet Abwechselung und empfindet Filme ansprechender, wenn Stimmungen wechseln. Auch wenn Musik die meiste Zeit über nicht bewusst aufgenommen wird, schafft sie im Film Stimmung und Dynamik. So werden beispielsweise sehr tiefe, Frequenzen eingesetzt, um Angstgefühle zu erzeugen. Freundliche Akkorde schaffen dagegen eine Wohlfühlsituation.

Musik verfügt über so viele Möglichkeiten, dass sie nahezu jede visuelle Situation musikalisch gestalten und in beliebige Stimmungen einordnen kann. Sie ist ein psychologisches Mittel und lenkt die Aufmerksamkeit so , dass eine Szene auf bestimmte Art und Weise wahrgenommen wird. Mal ist Musik quantitativ stark vertreten, mal steht sie im Hintergrund, mal klingt sie rudimentär, pompös oder heroisch.