Das Englisch Horn oder auch Englischhorn hat nichts mit dem Blechblasinstrument zu tun. Sie ist ein Abkömmling der Schalmei und entstand möglicherweise in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus der abgewinkelten Oboe da caccia. Im Französischem hieß es zu erst cor anglé (abgewinkeltes Horn) der Name entwickelte sich schließlich zu cor anglais („englisches Horn“).

Durch die tiefere Stimmung sowie durch das birnenförmige Schallstück klingt das Englisch Horn dunker und kraftvoller als die Oboe. Der Klangcharakter ist durch alle Register relativ homogen, der Wechsel zwischen den Registern verläuft fließend. Das Englisch Horn besitzt die Fähigkeit zur Erzeugung von klagenden und melancholischen Klängen.

Sowohl die Oboe als auch das Englisch Horn sind seit der Barockzeit beliebte Instrumente und gehören zu jedem Orchester dazu. Das Englisch Horn ist aber kein besonderes Soloinstrument, sondern bildet die Verbindung zwischen der Oboe und dem Fagotts. Große Orchester haben heute zwei Oboisten und einen Englisch Hornisten. Bei kleinerer Besetzung spielt der 2. Oboist auch das Englisch Horn.

Seit der Epoche der Klassik wurde das Englisch Horn im Orchester aufgrund seines melancholischen Klangcharakters immer wieder zur Darstellung von ländlich-pastoralen Szenen sowie zur Ausführung elegischer Weisen eingesetzt. Es hat einen wehmütig - jenseitiges Timbre und wird mit den Himmelsklängen assoziiert. In den tiefen Lagen ist der Klang warm und intensiv sowie etwas stumpf

Im mittleren Bereich ist der Klang unterschiedlich und reicht von Schwermut und Tragik bis zu unbeschwerter Heiterkeit und schelmischer Ausgelassenheit. Es entsteht immer der Eindruck, als käme der Klang von der Ferne.

In der Filmmusik nutzt man das Englisch Horn für sentimentale, gefühlvolle, wehmütige, aber auch heitere, archaische , exotische und nostalgische Stimmungen.