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Wissenswertes vom  Filmkomponist Johannes Kayser aus dem Bereichen Musik, Video und Filmmusik.

Die Jahreszeiten in der Musik

Naturszenen mit Musik erfüllen und unterstützen ist eine schwierige Aufgabe. Ist die Musik zu dominant, stirbe die Bildaussage, im Gegenschluß langweilen nicht passende Klänge. Für die Darstellung von Jahreszeiten eignet sich klassische Musik. Dabei muss es nicht immer Vivaldi sein. Sehr gut geeignet ist der Monatsreigen "Die Jahreszeiten op 37a" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski 1840 - 1893

Von Dezember 1875 bis Mai 1876 komponierte Peter Tschaikowsky die zwölf Charakterstücke und benannte sie nach den Monaten der Veröffentlichung. Einen Kalenderzyklus zu komponieren war keinesfalls Tschaikowskys Idee. Ein Musikverleger bestellte bei ihm für eine Zeitschrift zwölf charakteristische Klavierstücke für jeden Monat des Jahres. Damit Tschaikowski den Auftrag auch jeweils termingerecht erfüllte, befahl er seinem Diener, ihn monatlich zu einem bestimmten Datum daran zu erinnern. und Pjotr Iljitsch setzte sich sofort hin und schrieb in einem Zug das Stück nieder. Tschaikowsky hat versucht, typische Stimmungen und Szenarien der jeweiligen Monate einzufangen und musikalisch umzusetzen.

klassik1074 Januar Am Kamin
Am Kamin lautet der Titel der einfachen russischen Melodie , die jemand vor sich hin zu singen scheint, während er von drinnen dem Schneetreiben zusieht

klassik1075 Februar Karneval
Ausgelassene Festfreude herrscht im Karneval. Die Menschen tanzen auf der Straße und in den Ballsälen

klassik1076 März Lied der Lerche
Über dem dichten Schnee erhebt sich das Lied der Lerche. Einsam singt sie ihre bizarren Vogelrufe vor sich hin, wie die Sehnsucht nach südlicher Sonne, doch ungehört verhallt ihr Lied im ewigen Weiß.

klassik1077 April Schneeglöckchen
Erst die Schneeglöckchen bringen die Wendung zum Frühling in

klassik1078 Mai Weiße Nacht
Tschaikowskys Huldigung an die Weißen Nächte seiner Heimat kurz vor der Sommersonnenwende

klassik1079 Juni Barkarole
Eine zarte Impression: eine Barcarole. Tschaikowsky hat dieses Gondelstück über sanftem Wellenschlag geschrieben, voller Wehmut in der wunderschönen Melodie

klassik1080 Juli Lied des Schnitters
Für das Schnitterlied hat der Komponist auf Lieder ukrainischer Landarbeiter zurückgegriffen, die er während der Sommermonate beobachten und belauschen konnte

klassik1081 August Die Ernte
In der Darstellung der Ernte setzt sich das Schnitterlied nahtlos fort, mechanisch ratternd wie ein früher Mähdrescher

klassik1082 September Jagd
Die Jagd baut die Brücke vom Sommer zum Herbst , durchdrungen vom Schall imaginärer Jagdhörner

klassik1083 Oktober Herbstlied
Im Herbstlied breitet sich Melancholie über die Landschaft und die Menschen aus

klassik1084 November Auf der Troika
Troika spielt auf die Pferdeschlitten an, mit denen die Russen den schon im November fallenden, dichten Schnee durchqueren.

klassik1085 Dezember Weihnachten
Der Zyklus schließt mit der Vorfreude auf Weihnachten in Form eines Walzers
 

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Was ist Epic / Epik Musik

Epic Music ist moderne, von klassischen Elementen geprägte Musik , die in der Filmvertonung immer größeren Stellenwert einnimmt. Epik bedeutet eigentlich so viel wie Rede und Erzählung und wurde erst in den letzten 20 Jahren zur musikalischen Kunstform hochstilisiert.

Die Verbindung von Moderne und Klassik mit umfangreichem Gebrauch von musikalischen Leitmotiven und der Einsatz von Klanggewalten mit großen dramatischen Orchesterelementen , Chören und Streicherostinatos prägen dieses Genre.

Oft werden die Orchesterelemente elektronisch verfremdet oder durch Rhythmen und artfremde Synthesizerklänge der Modernen angeglichen, um den aktuellen Hörgewohnheiten zu entsprechen.

Kein Blockbuster kommt heute ohne Epic Musik aus und auch in der Werbung und vielen Dokumentationen wird dieses Musikgenre über die Maßen genutzt.
 

Musik der Renaissance im Film

Die Renaissance war die Epoche zwischen 1350 - 1600. Es überwog die geistliche Musik, wobei die weltlichen Töne immer mehr Einfluss auf die kirchlichen Kompositionen nahmen. Der Kompositionsstil orientierte sich hauptsächlich am Gesang. Die Kunst war stark von der griechisch-römischen Antike und humanistischem Gedankengut geprägt. Die Melodien der Renaissance enthalten Dreiklangharmonien und Ebenmäßigkeit . Prägende Instrumente waren die Schalmai, Blockflöte, Querflöte, Sackpfeife, Drehleier, Posaune, Harfe, mittelalterliche Fidel und Gambe. Auch das frühe Spinett spielte eine Rolle. In der Filmvertonung unterstreicht die Musik Ästhetik und Vergangenes und ist damit prädestiniert für Historie und Dokumentationen. Sehr gut geeignet sind Kompositionen von Gabrieli, Arbeau, Caprioli und Praetorius.

Das Streichquartett in der Filmmusik

Klassische Musik auf unnachahmliche Weise mit den Emotionen eines Filmes zu verbinden – das ist das musikalische Anliegen des Streichquartetts. Violine, Viola und Cello verleihen dem Streichquartett seinen unverwechselbaren Sound. Jedes Instrument hat etwas Eigenes sagen dürfen, und die Mittelstimmen sind nicht bloß Begleitcombo für die Melodie . Die Ursprünge des Streichquartetts liegen im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts, als sich derartige Kompositionen unter anderem aus der barocken Triosonate entwickelten.

"Man hört vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten" ist ein Zitat von
Johann Wolfgang von Goethe über das Streichquartett. In der Besetzung von zwei Violinen, Bratsche und Violoncello ist das Quartett die bedeutendste Gattung der Kammermusik. Es ist ein vollkommenes Miteinander der Instrumente und verschafft jeder Komposition eine einzigartige Kraft und Ausdrucksstärke. Einfach die Augen zumachen, zuhören und sich verzaubern lassen oder die Bilder des Filmes auf sich wirken lassen.

Kompositorisch gehört das Streichquartett zur Königsdisziplin. Erst einmal stellen vier Streicher im Grunde genommen eine klanglich beengte Palette an handwerklichen musikalischen Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Viola klingt zwar anders als eine Violine oder ein Cello, dennoch bleiben sie alle Streichinstrumente begrenzt in den klanglichen Mitteln. Nichts bleibt an Tönen verborgen, egal ob Melodie oder Begleitung. Jede Dissonanz wird sofort erkannt.

Man muss das Streichquartett als ein einheitliches Instrument sehen und verstehen. Der wichtigste Teil der Besetzung bei einem Quartett ist stets die Violine, die bei vielen Kompositionen die tragende Melodiestimme inne hat. Die Bratsche stellt die Vermittlung zwischen Violine und Cello dar. Mit seinen tiefen und warmen Klängen sorgt das Cello für den Bass. Die Besonderheiten in Klang und Komposition liegen aber insgesamt in der Gleichberechtigung der Stimmen.

Für die Filmvertonung verleiht ein Streichquartett den Bildern Klarheit und unterstützt durch die klangliche Enge der Instrumente sehr stark Gefühle und Emotionen.
 

Hier gibt es Musikbeispiele der großen Meister : https://www.sf4.de/gemafreie-musik/musikpakete-cds/15-bekannte-streichquartette-gema-frei-der-grossen-meister

 

Die Kirchenorgel

Das Prinzip von Pfeifen mit bestimmten Tonhöhen war schon frühzeitig von der Panflöte bekannt. Die erste Orgel baute ein Ägypter namens Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr. in Alexandrien mit bereits mehrere Pfeifenreihen, die unterschiedliche Klangfarben erzeugen konnten. Betrieben wurde die Orgel mit Wasser, die über Kolbenpumpen den Anblasdruck erzeugten.

Im Abendland tauchte die Orgel erst im Jahre 757 n. Chr. auf, als König Pippin der Kleine vom byzantinischen Kaiser Konstantin V. eine Orgel geschenkt bekam. 100 Jahre später wurde die erste europäische Orgel in Aachen gebaut. Von der Kirche wurde sie allerdings zunächst abgelehnt. Nach der Jahrtausendwende tauchten dann die ersten Instrumente in Klöstern auf. Nach dem Konzil von Mailand 1287 wurde die Orgel als Gottesdienstinstrument zugelassen und ab dem 14 Jahrhundert besaßen alle großen Kirchen ein Instrument. Insgesamt wurde die Orgel nicht zuletzt durch große Komponisten wie Bach in den letzten Jahrhunderten zum Hauptbegleitinstrument für jeden Gottesdienst in der westlichen Welt.

Es gibt und gab mehrere Typen von Orgeln.
Das Portativ ist eine tragbare Orgel, die bei Prozessionen und Umzügen verwendete und auch von fahrenden Spielleuten als weltliches Instrument genutzt wurde. Das Positiv ist eine kleine Standorgel mit wenig Pfeifen und einem Manual, meist ohne Pedal und wurde in den Palästen von reichen Kaufleute genutzt. Das Regal ist eine flache, tragbare Kleinstorgel mit Zungenpfeifen und wurde auf Festen am Ende des Mittelalters genutzt. Die Große Orgel steht seit dem 13 Jahrhundert in Kirchen und Kathedralen und wurde im Laufe der Jahrhunderte um Register und Pfeifen weiterentwickelt.

In erster Linie ist die Orgel ein Symbol des Sakralen. Der Klang steht für Reinheit und Harmonie mit vielen Obertönen bis hin zur Übernatürlichlkeit und damit dem kirchlichen Gedanken. Das Spektrum reicht von zierlichen Tönen bis zum unerschöpflichen und grenzenlosen Hörerlebnis. Der Einsatz in der Filmvertonung ist nicht nur auf sakrale und dokumentarische Aufnahmen beschränkt. Mit der Orgel unterstreicht man auch wichtige Scenen und stellt diese in den Vordergrund, erzeugt Spannung und Interesse.

Kirchenorgel Gemafreie CD Hier gibt es Klangbeispiele für unterschiedliche Orgeltypen.