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Wissenswertes vom  Filmkomponist Johannes Kayser aus dem Bereichen Musik, Video und Filmmusik.

Klassische Musik auf unnachahmliche Weise mit den Emotionen eines Filmes zu verbinden – das ist das musikalische Anliegen des Streichquartetts. Violine, Viola und Cello verleihen dem Streichquartett seinen unverwechselbaren Sound. Jedes Instrument hat etwas Eigenes sagen dürfen, und die Mittelstimmen sind nicht bloß Begleitcombo für die Melodie . Die Ursprünge des Streichquartetts liegen im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts, als sich derartige Kompositionen unter anderem aus der barocken Triosonate entwickelten.

"Man hört vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten" ist ein Zitat von
Johann Wolfgang von Goethe über das Streichquartett. In der Besetzung von zwei Violinen, Bratsche und Violoncello ist das Quartett die bedeutendste Gattung der Kammermusik. Es ist ein vollkommenes Miteinander der Instrumente und verschafft jeder Komposition eine einzigartige Kraft und Ausdrucksstärke. Einfach die Augen zumachen, zuhören und sich verzaubern lassen oder die Bilder des Filmes auf sich wirken lassen.

Kompositorisch gehört das Streichquartett zur Königsdisziplin. Erst einmal stellen vier Streicher im Grunde genommen eine klanglich beengte Palette an handwerklichen musikalischen Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Viola klingt zwar anders als eine Violine oder ein Cello, dennoch bleiben sie alle Streichinstrumente begrenzt in den klanglichen Mitteln. Nichts bleibt an Tönen verborgen, egal ob Melodie oder Begleitung. Jede Dissonanz wird sofort erkannt.

Man muss das Streichquartett als ein einheitliches Instrument sehen und verstehen. Der wichtigste Teil der Besetzung bei einem Quartett ist stets die Violine, die bei vielen Kompositionen die tragende Melodiestimme inne hat. Die Bratsche stellt die Vermittlung zwischen Violine und Cello dar. Mit seinen tiefen und warmen Klängen sorgt das Cello für den Bass. Die Besonderheiten in Klang und Komposition liegen aber insgesamt in der Gleichberechtigung der Stimmen.

Für die Filmvertonung verleiht ein Streichquartett den Bildern Klarheit und unterstützt durch die klangliche Enge der Instrumente sehr stark Gefühle und Emotionen.
 

Hier gibt es Musikbeispiele der großen Meister : https://www.sf4.de/gemafreie-musik/musikpakete-cds/15-bekannte-streichquartette-gema-frei-der-grossen-meister

 

Das Prinzip von Pfeifen mit bestimmten Tonhöhen war schon frühzeitig von der Panflöte bekannt. Die erste Orgel baute ein Ägypter namens Ktesibios im 3. Jahrhundert v. Chr. in Alexandrien mit bereits mehrere Pfeifenreihen, die unterschiedliche Klangfarben erzeugen konnten. Betrieben wurde die Orgel mit Wasser, die über Kolbenpumpen den Anblasdruck erzeugten.

Im Abendland tauchte die Orgel erst im Jahre 757 n. Chr. auf, als König Pippin der Kleine vom byzantinischen Kaiser Konstantin V. eine Orgel geschenkt bekam. 100 Jahre später wurde die erste europäische Orgel in Aachen gebaut. Von der Kirche wurde sie allerdings zunächst abgelehnt. Nach der Jahrtausendwende tauchten dann die ersten Instrumente in Klöstern auf. Nach dem Konzil von Mailand 1287 wurde die Orgel als Gottesdienstinstrument zugelassen und ab dem 14 Jahrhundert besaßen alle großen Kirchen ein Instrument. Insgesamt wurde die Orgel nicht zuletzt durch große Komponisten wie Bach in den letzten Jahrhunderten zum Hauptbegleitinstrument für jeden Gottesdienst in der westlichen Welt.

Es gibt und gab mehrere Typen von Orgeln.
Das Portativ ist eine tragbare Orgel, die bei Prozessionen und Umzügen verwendete und auch von fahrenden Spielleuten als weltliches Instrument genutzt wurde. Das Positiv ist eine kleine Standorgel mit wenig Pfeifen und einem Manual, meist ohne Pedal und wurde in den Palästen von reichen Kaufleute genutzt. Das Regal ist eine flache, tragbare Kleinstorgel mit Zungenpfeifen und wurde auf Festen am Ende des Mittelalters genutzt. Die Große Orgel steht seit dem 13 Jahrhundert in Kirchen und Kathedralen und wurde im Laufe der Jahrhunderte um Register und Pfeifen weiterentwickelt.

In erster Linie ist die Orgel ein Symbol des Sakralen. Der Klang steht für Reinheit und Harmonie mit vielen Obertönen bis hin zur Übernatürlichlkeit und damit dem kirchlichen Gedanken. Das Spektrum reicht von zierlichen Tönen bis zum unerschöpflichen und grenzenlosen Hörerlebnis. Der Einsatz in der Filmvertonung ist nicht nur auf sakrale und dokumentarische Aufnahmen beschränkt. Mit der Orgel unterstreicht man auch wichtige Scenen und stellt diese in den Vordergrund, erzeugt Spannung und Interesse.

Kirchenorgel Gemafreie CD Hier gibt es Klangbeispiele für unterschiedliche Orgeltypen.

Mit Musik eine Verbindung zur Natur schaffen und Bilder mit Klängen beschreiben ist die Herausforderung für jeden Filmer. Die Kunst ist dabei, einen emotionalen Zugang zu den Phänomenen unserer Umwelt mit Tönen und Klängen zu schaffen. Je natürlicher die Wirkung auf den Zuschauer ist, um so besser der fertige Film.

Mit der richtigen Filmmusik verleiht man den Naturaufnahmen einen prägnanten Eindruck, unterstützt oder verstärkt die Handlung und Dramaturgie. Geht es um imposante Aufnahmen wie Berge, Landschaften oder Wetter, denkt man sofort an ein großes Orchester mit Pauken und Bläsern, kommt eine Kamera- oder Drohnenfahrt dazu, erfordert das Bild Rhythmus und Ambiente.

Die Weite der Landschaft wird mittels langgezogener Akkorde abgebildet, die Größe und Anmut musikalisch tragen. Dramatik und Weite wird durch Hörner und Blasinstrumente erzeugt. Aber Vorsicht ! Solche Effekte verbrauchen sich sehr schnell und sollten nur akzentuiert eingesetzt werden. Es folgt immer eine musikalische Auflösung mit leichter Musik oder einer Fläche. Man kann ein Ende auch mit einem Paukenschlag akzentuieren und darauf folgen dann einige Sekunden absolute Stille. Die Aufmerksamkeit des Zuschauers ist auf jeden Fall gegeben.

Die Anmut eines Sonnenaufgangs oder einer Waldlichtung fängt man gut mit einer Orchesterfläche ein, wenn möglich noch unterstützt von Originalgeräuschen. Tieraufnahmen müssen musikalisch immer der jeweiligen Filmscene und Dramaturgie angepasst werden. Oft charakterisieren einzelne Instrumente bestimmte Tiere wie zum Beispiel eine Flöte die Vögel , eine Klarinette eine Ente oder ein Fagott einen großen Vierbeiner. Wichtig ist die Wiederholung der zugewiesenen Instrumente innerhalb des Films als Wiedererkennungswert.

Die Spielweise der Instrumente spiegelt zusätzlich die Aktion der Szenen wieder. Unruhe ergibt sich aus staccato gespielten Tönen oder eines durchgehenden Rhythmus. Spannung erzeigt man durch Schlaginstrumente wie Pauken und Timpani , Wehmut, Angst und Trauer durch Moll geführte Melodien.

Wichtig sind immer musikalische Pausen, die die Szenen auflösen. Hier bietet sich Stille oder Originalgeräusche an. Je besser die richtige Instrumentation, desto stärker der Gesamtausdruck im Film und die wichtigste Regel lautet : Lassen Sie nie Musik auf Musik folgen , wenn es nicht unbedingt sein muss.
Musik und Natur müssen im Film im Einklang sein. Je ausdrucksstärker die Aufnahmen und Originaltöne, desto weniger Filmmusik muss eingesetzt werde
 

 

 

Das Seherlebnis eines Films wird oft stark von der Filmmusik beeinflusst. Klänge können Stimmungen untermalen und illustrieren, aber auch stark verändern, was man Polarisierung nennt. Dabei kann die Musik im krassen Gegensatz zu den Bildern stehen und die Wahrnehmung einer Szene völlig verändern. Dem Film wird eine akustische Klammer auferlegt und nun bestimmt diese die Gesamtstimmung, nicht mehr das Bild. Diese Technik wird oft für schwache Bildszenen genutzt, um diesen eine eindeutige Aussage hinzuzufügen oder im Szenenablauf die Dramaturgie beizubehalten.
Die Kombination von Bild und Klang wird ästhetisch wahrgenommen und gelangt durch unsere Sinne zum Ergebnis, welche Emotion dem Gesamteindruck entspricht. Dabei werden Bedeutungen aus gespeicherten Informationen im Gehirn zu Ereignissen und kulturellem Kontext zugeordnet. In diesem
Interaktionsprozess wirkt die Filmmusik funktionell stark auf die ästhetische Wahrnehmung einer Filmszene. Sie unterstützt die Bildinhalte, erzeugt Spannung, schafft Atmosphäre und setzt dem Inhalt einen musikalischen Stempel auf.

Filmmusik kann also den Bildinhalt unterstützen oder aber polarisieren. Im Ergebnis wird eine klare emotionale Botschaft erreicht.

 

In der Barockzeit von 1600 - 1720 hatte der Dreißigjährige Krieg Leid und Zerstörung gebracht und etwa 40 bis 70 % der Bevölkerung getötet. Wer nicht im Kampf ums Leben kam, verhungerte , erlag Seuchen oder wurde einfach ausgeraubt und erschlagen. Alle, die dieser Hölle entkamen, konnte nicht vergessen, was sie erlebt hatten. Es entwickelte sich eine unbändige Lust am Leben und jedem einzelnen Tag alles abzuringen, was er zu bieten hatte. Das spiegelte sich auch in der Musik wieder.

Die Komponisten sogen diesen Zeitgeist auf und lieferten pompöse Opern und emotionale Orchesterbearbeitungen. Es galt, viel Gefühl zu vermitteln mit übertriebenem Pracht und Prunk. Die Barockzeit war Blütezeit der schönen Künste. Die Musik war dabei nicht auf einen lauten und Raum füllenden Klang ausgelegt, sondern bildete ein breites und nuanciertes Klangbild, ein Zusammenspiel und abwechselndes Spiel zwischen Soloinstrumenten und Orchester. Es war die Perfektion der Repräsentation von Macht und Reichtum mit musikalischen Stilmitteln wie dem Generalbass und der Affektenlehre. Große Meister von Bach bis Vivaldi wurden für viel Geld engagiert, um ein Orchester zu leiten und die Musik dafür zu komponieren.

Die Barockmusik und das damalige Lebensgefühl "Carpe diem" versetzt heute viele Menschen in Nostalgie und erinnert an etwas, das wir allzu häufig vergessen im Alltagsstress. Die Kompositionen eignen sich damit bestens für dezente Stimmungen und klare Aussagen in der Filmvertonung und haben auf Grund der vielen bekannten Musiktitel einen großen Wiedererkennungswert. Wer kennt nicht die prunkvollen "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi, das emotionale "Air aus der Suite D-Dur" von Johann Sebastian Bach oder das feierliche "Halleluja" von Georg Friedrich Händel zum Ende der Barockzeit. Die klar strukturierte Barockmusik unterstützt den Filmschnitt und erleichtert die Bild- und Szenenwechsel musikalisch.
 

Das Klassikarchiv des Kayser Medienverlags bietet reichhaltig Kompositionen aus dem Barock.

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Gemafreie Klassik Orchesterbearbeitung

Frühling Antonio Vivaldi - Die vier Jahreszeiten

Gemafreie Klassik Tipp - Bekannte Melodie

3:46

klassik0408

Gemafreie Klassik Orchesterbearbeitung

Orchester Suite Nr.3 in D 2. Air

Gemafreie Klassik Tipp - Bekannte Melodie

4:25

klassik2402

Gemafreie Klassik Orchesterbearbeitung

Feuerwerksmusik 

Gemafreie Klassik Tipp - Bekannte Melodie

13:10

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